gepostet von Kristian

Gruß der Vulkanier in Corona-Zeiten

Neue Begrüßungsgesten braucht das Land. Das vulkanische “V” zum Beispiel wäre gerade überaus alltagstauglich. 
Foto: BK

1992, New York, ein für damalige Verhältnisse unendlich cooler Laden irgendwo im East Village. „You wanna be the captain or a member of the crew?” Auf diese Frage des Verkäufers war ich nicht vorbereitet. Reflexartig entscheide ich mich für den Kauf des hellblauen Crew Member-Shirts von Mr. Spock. Schließlich ist man ja nur Tourist im Land und möchte nicht gleich anmaßend in die Chefrolle von James T. Kirk, dem Captain der USS Enterprise, schlüpfen.

Das Mr. Spock-Shirt aus der Science Fiction Fernsehserie Star Trek ist mittlerweile das mit Abstand älteste Kleidungsstück in meinem Schrank. Auch wenn ich es so gut wie nie trage, es übersteht regelmäßig jedes noch so rigorose Ausmisten des Kleiderschranks.

Mr. Spock stammt vom Planeten Vulkan. Mit der aktuellen Corona-Brille betrachtet scheinen die dortigen Bewohner sehr „pandemieerfahren“. Sie betreiben Social-Distancing auf Profi-Niveau. Denn die Vulkanier pflegen ein vergleichsweise unterkühltes Miteinander. Man folgt mit geringsten Emotionen den Leitlinien der Logik. Man handelt kontrolliert. Auch bei der Begrüßung hält der Vulkanier Abstand und berührt sich nicht.

Das “Grüß Gott” der Vulkanier lautet: „Live long and prosper.“ In der deutschen TV-Serien-Übersetzung wurde daraus ein „Lebe lang und in Frieden.“ Vielleicht sollten wir momentan alle einen Tick mehr den Vulkanier in uns suchen. Mein hellblaues Spock-Shirt halte ich jedenfalls in diesen Tagen besonders in Ehren.

Die sehr schöne Dokumentation „For The Love Of Spock“ über Star Treks Mr. Spock und dessen Darsteller Leonard Nimoy gibt es seit kurzem auf Netflix. Regisseur (und Sohn) Adam Nimoy geht darin auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise. Prädikat: Faszinierend.