Alles anders2020-04-01T19:07:33+02:00

Jakubetz & Laban bloggen.

Jakubetz & Laban bloggen.

ALLES

ANDERS

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Alltag im Neuland. Ein spontan entstandener Blog, um sich gewisse Dinge von der Seele zu schreiben. Beobachtungen und Gedanken in besonderen Zeiten. Von uns, von Freunden, ohne kommerzielle Hintergedanken.
Alltag im Neuland. Ein spontan entstandener Blog, um sich gewisse Dinge von der Seele zu schreiben. Beobachtungen und Gedanken in besonderen Zeiten. Von uns, von Freunden, ohne kommerzielle Hintergedanken.

Den sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Alles-Anders-Podcast von und mit Marion Kuchenny und Christian Jakubetz gibt es hier zu hören:

Den sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Alles-Anders-Podcast von und mit Marion Kuchenny und Christian Jakubetz gibt es hier zu hören:

Die Einkaufsmeile schweigt

gepostet von Kristian

Kaufinger Straße 2020 während Corona Virus

Konsum im Leerlauf. Samstagmittag auf der Kaufinger Straße.
Foto: KL

Wie viele unserer Mitmenschen folgen auch wir nun dem neuen Megatrend: Spazierengehen. Fragt mich, wie schwer es früher war, mich zum Spazieren vor die Tür zu bekommen. Laufen gehen draußen? Ja, immer. Bergwandern? Nur zu. Aber Spazieren? Nur, wenn es echt sein musste. Also nie.

Aber jetzt ist ja gerade alles anders. Daher lautet die neue Maxime: Raus an die frische Luft – wider dem Lagerkoller. Und das ist auch okay so.

Unsere Spazier-Route für diesen Samstagmittag: Von Schwabing zum Marienplatz und zurück. Sprich einmal durch die Münchner Innenstadt, knapp 10 Kilometer. Vorteil der unorthodoxen Route: Wir vermeiden an diesem schönen Frühlingstag die hohe Dichte an Radausflüglern, Spaziergängern und Joggern in den Parks und insbesondere an der Isar.

Auf dem Weg ins kommerzielle Herz der Stadt laufen wir durch vergleichsweise menschenleere Straßen. Daran hat man sich in den vergangenen Tagen ja fast schon gewöhnt. Das neue Normal sozusagen. Die sonst stets proppenvolle und umsatzstärkste Einkaufsmeile der Republik von Neuhauser Straße zur Kauffinger Straße bietet uns dann aber doch noch ein ganz besonderes Schauspiel: Nämlich gar keins.

Die Fußgängerzone ist nahezu verwaist. Geschäfte zu, Wirtshäuser geschlossen, Straßenkünstler in der Zwangspause. Ein paar Tauben, ein paar versprengte Fußgänger, ein Flaschensammler, der in Mülleimern nach Verwertbaren sucht. Die Szenerie erinnert an eine Uhrzeit sehr früh am Morgen, bevor der alltägliche Einkaufstrubel losbricht. Dann sind hier auch nicht gerade viele Menschen unterwegs. Doch etwas irritiert:

Es ist die Stille.

Es ist eine besondere Form der Stille. Eine Lautlosigkeit, die in den Ohren dröhnt. Faszinierend, aber auch seltsam verunsichernd. Die Einkaufsmeile schweigt. Kein Tummeln, kein Trubel.

Nur Stille.

Und schon wieder so ein neuer Eindruck in besonderen Zeiten, den man nicht vergessen wird. Erkenntnis des Tages: Stille ist hoch in den Bergen oder in den Weiten einer Ebene etwas Tolles. In der Fußgängerzone hingegen ist sie es nicht.

Um das hier jetzt aber nicht so bedeutungsschwanger enden zu lassen: Der Spaziergang war dennoch schön. Frische Luft tut gut. Die Abwechslung zu Arbeit und Netflix auch. Die Sonne schien. Und morgen wird sie wieder scheinen. Weiter geht es, auch wenn gerade alles nicht nur anders ist – sondern auch stiller.

Saturday, March 28, 2020|

Strange Days Have Found Us

gepostet von Kristian

Vielleicht einer der perfektesten Popsongs aller Zeiten: The Doors spielen Strange Days.
Quelle: Offizielles Video: (C) 1967 Elektra Entertainment Group Inc.

Strange days have found us
Strange days have tracked us down
They’re going to destroy
Our casual joys
We shall go on playing
Or find a new town

Yeah!

Strange eyes fill strange rooms
Voices will signal their tired end
The hostess is grinning
Her guests sleep from sinning
Hear me talk of sin
And you know this is it

Yeah!

Strange days have found us
And through their strange hours
We linger alone
Bodies confused
Memories misused
As we run from the day
To a strange night of stone

Manche Lieder erfordern einfach, dass man die Anlage mal laut aufdreht. „Strange Days“ von den Doors ist so ein Titel, bei denen die Nachbarn trotz dicker Wände auch mal drei Minuten mithören müssen.

Ansonsten gehöre ich zu den Personen, die selten auf Song-Texte achten. Da bin ich eher einfach gestrickt. Hautsache es klingt schön. Bei einer Vielzahl meiner Lieblingslieder ist es auch hinfällig, weil ich die Sprache, in der gesungen wird, eh nicht verstehe.

Zugegeben, manchmal beschleicht mich der Gedanke, dass ich vielleicht gerade lautmalerisch einen fremdländischen Text sorglos mitsinge, dessen Aussage mir komplett gegen den Strich gehen könnte. Einem solchen Unbehagen entledige ich mich dann umgehend wieder mit der Überlegung, dass ich ja schließlich zumeist keinen Gangster-Rap höre (eigentlich nie) und mich daher hoffentlich einigermaßen auf der sicheren Seite befinde.

Bei „Strange Days“ jedenfalls haben wir heute naheliegenderweise ein wenig genauer hingehört. Und erstaunlich, bis auf ein paar wenige Textzeilen lassen sich die Lyrics von Strange Days so lesen, als ob Jim Morrison den Text für die Welt, in der wir nun leben, eben gerade erst verfasst hätte.

Play loud and sing along!

Saturday, March 28, 2020|

Meer geht immer

gepostet von Renate

Meer geht immer

Fundstück auf dem Asphalt in Zeiten von Ausgangsbegrenzungen. Joggen geht noch, Träumen auch.
Foto: RvH

Über diese Postkarte bin ich regelrecht gestolpert beim Joggen in Richtung Englischen Garten. Erst lief ich über sie hinweg. Gelesen habe ich dabei „Meer geht….“ und mein Kopf ergänzte „…gerade nicht“. 5 Meter weiter zog es mich irgendwie zurück. Ich drehte um und was las ich dann? „Meer geht immer.“ Verwirrung und Erheiterung. Ja, Meer geht immer! Selbst in diesen Zeiten, zum Beispiel in Träumen. Oder in Vorfreude auf den nächsten Urlaub am Wasser.

Und was ist mit „Mehr geht immer“, fragte ich mich und kam ins Grübeln. In dieser fordernden und gleichzeitig spannenden Zeit, mit all dem, was aktuell auf mich einstürmt, sage ich mir öfter mal „Mehr geht gerade nicht.“

Renate von Hodenberg
Renate von Hodenberg – Dipl. Betriebswirtin und Gruppenanalytikerin. Renate ist immer ganz bei der Sache und bewahrt den Überblick, egal ob beim Beraten von Unternehmen in Krisen, Supervidieren von Teams, in denen es hoch hergeht, oder auf anspruchsvollen Bergtouren.
Wednesday, March 25, 2020|

Ab durch die Mitte

gepostet von Kristian

München, Brienner Straße zu Zeiten des Corona Virus

Mindestens zwei Meter Abstand hier kein Problem: München, Brienner Straße, Sonntagnachmittag.
Foto: KL

In normalen Zeiten ist Joggen in der Innenstadt ein wahrer Graus. Miefende Abgase, man kommt wegen roter Ampeln stetig aus dem Rhythmus, Passanten kreuzen zur falschen Zeit den Laufweg.

In besonderen Zeiten wie diesen hingegen gehört die Stadt am Sonntagnachmittag nun dem Läufer. Running & Sightseeing. Natürlich mit zwei Meter Abstand. Was sich bei dem aktuellen Verkehrsaufkommen gut machen lässt, indem man einfach mal vom Bürgersteig auf die Straße ausweicht.

Die Straßen sind wie leergefegt. Kaum Autos, wenige Spaziergänger. Man mag das als „really scary“ empfinden. Die Szenerie erinnert unweigerlich an den Blockbuster „I am Legend“ mit Will Smith: Plötzlich allein und verlassen in der sonst doch so wuseligen Großstadt. Der letzte Mensch auf Erden. Wo sind all die anderen? Alleingelassen mit dem unsichtbaren Feind.

Aber man muss sich von sich selbst ja auch nicht immer alles gefallen lassen und sich die Gefühle vorschreiben lassen. Daher habe ich mir als persönlichen Stimmungsheber einfach flugs vorgestellt, ich wäre gerade für einen Tag der König von München, für dessen läuferischen Ausflug man eigens die Straßen gesperrt hätte. Eben alles eine Frage der persönlichen Wahrnehmung….

Aber aufgepasst. Auch beim Joggen lauert das doofe Virus. So weiß Sportmediziner Perikles Simon: „Je nach Witterung verteilt sich so ein Virus wie Rauch in der Luft; es sinkt mal schneller, mal langsamer zu Boden. Deshalb ist es durchaus möglich, dass man sich beim Joggen ansteckt oder eben andere ansteckt, wenn man den Abstand von zwei Metern nicht einhält.“ Nachzulesen im Interview hier im Tagesspiegel.

Sunday, March 22, 2020|

Podcast ALLES ANDERS Folge 1

In der ersten Folge des ALLES ANDERS-Podcasts reden Marion und Christian darüber, warum plötzlich alle Markus Söder toll finden. Und warum man automatisch die Straßenseite wechselt, wenn man jemandem Fremden begegnet.

Den Podcast “ALLES ANDERS – Leben in besonderen Zeiten” kann man auf diesen Plattformen anhören. Einfach in der Liste den eigenen Lieblingsdienst anklicken und am besten gleich abonnieren.

ALLES ANDERS – ein Podcast über unseren Alltag in besonderen Zeiten. Mit Marion Kuchenny und Christian Jakubetz und immer wieder mal inspirierenden, spannenden, witzigen Gästen und Experten.

Sunday, March 22, 2020|

Wer Technik kann…

gepostet von Renate

Mehr Hardware als gewohnt auf meinem Schreibtisch. Besondere Zeiten erfordern besondere Technik.
Foto: RvH

Wer Technik kann, ist klar im Vorteil. So scheint es zumindest in diesen Tagen. Alles dreht sich um Zoom, Skype, Trello und andere Plattformen, die Kommunikation trotz Social Distancing ermöglichen. Insbesondere in meinem professionellen Kontext, wo sie sogenannte Präsenzveranstaltungen wie Live-Workshops und Teamsupervisionen vor Ort ersetzten sollen.

Ein Kollege hat sich kurzfristig sogar einen extra großen Bildschirm gekauft, um alles im Blick zu behalten: Teilnehmer, Whiteboards*, Breakout Rooms**. Ich frage mich, ist das eine Art, diese Krise zu bewältigen? Sie zu strukturieren und in ein neues Format zu gießen, Kontrolle zu behalten? Sicherlich. Gleichzeitig aber nimmt die digitale Revolution in Deutschland gewaltig Fahrt auf. Es entwickeln sich Formate und Erfahrungen, die in Zeiten eines Alltags jenseits des ausgangsbeschränkten Home Office wertvoll und sinnvoll sein können.

Zugegeben, zuerst habe ich den Kollegen mit dem großen Bildschirm ein wenig belächelt. Doch inzwischen habe auch ich einen alten XL-Bildschirm entstaubt. Er wird bei der nächsten Moderation eines Video-Meetings zum Einsatz kommen. Ich werde – so zumindest der Plan – die Teilnehmer besser sehen können: ihre Gesichter, die Haltung des Kopfes, also das vom Körper, was der Bildschirm zulässt.

Sitzen die Mitglieder eines Teams zusammen in einem Raum, kommunizieren die Körper miteinander. Im Zuge meiner Arbeit als Teamsupervisorin höre ich normalerweise auch diesem bedeutenden Teil des Gesprächs zu. Gerade in Zeiten von Corona, in denen unsere Körper bedroht sind, sprechen sie vermutlich noch einmal auf andere Art. In einem Zoom Meeting fällt dieser Austausch weg. Umso wichtiger werden die Gesichter.

Ich frage mich, ob wir in der virtuellen Welt nach und nach eine sensiblere Wahrnehmung für Gesichter entwickeln werden. So wie bei einem Blinden der Hörsinn besonders ausgeprägt ist… über den manche sogar Schallwellen wahrnehmen, die von Gegenständen erzeugt werden.

Jedenfalls kommt auch bei mir jetzt mehr Technik zum Einsatz. Es fühlt sich an wie eine Forschungsreise. Ich bin gespannt, wie sich die Arbeit mit Teams verändern wird!

* Die digitale Variante des Flipcharts.

** Ich lächle immer noch bei diesem Begriff: Breakout Room, von was? Oder doch eher Emergency Room?

Renate von Hodenberg
Renate von Hodenberg – Dipl. Betriebswirtin und Gruppenanalytikerin. Renate ist immer ganz bei der Sache und bewahrt den Überblick, egal ob beim Beraten von Unternehmen in Krisen, Supervidieren von Teams, in denen es hoch hergeht, oder auf anspruchsvollen Bergtouren.
Wednesday, April 1, 2020|

Sonnenschein im Ohr

gepostet von Kristian

Vorsicht, geht ins Ohr und bleibt dort: Nana Mouskouri – “Guten Morgen Sonnenschein” (1977)
Quelle: ORB

Als wir heute Morgen bei unserem Bäcker hineinkamen, schallte uns in beachtlicher Lautstärke das Lied „Guten Morgen Sonnenschein“ entgegen. Unsere „Bäckerin“ – im eigentlichen Beruf Betreiberin eines beliebten Cafés mit angeschlossener Bio-Bäckerei (letztere darf öffnen) – kommentierte unsere leichte Irritation mit einem verschmitzten: „Da müsst Ihr jetzt durch!“

„Vielen Dank“, dachte ich mir. „Der Titel wird mich jetzt den Rest des Tages hartnäckig verfolgen.“ Und so ist es auch gekommen. Der Ohrwurm ist tief hineingekrochen und hat in meinem Kopf die Taste mit der Endlosschleife gedrückt. Und damit wir alle was davon haben, liebe Leser, jetzt alle auf mein Zeichen:

Guten Morgen, guten Morgen
Guten Morgen, Sonnenschein
Diese Nacht blieb dir verborgen
Doch du darfst nicht traurig sein
Guten Morgen, Sonnenschein
Nein du darfst nicht traurig sein
Guten Morgen, Sonnenschein
Weck mich auf und komm herein
(….)

Aber sind wir milde. Es hätte auch schlimmer kommen können. Es hätte auch „Hey Baby“ von DJ Ötzi sein können. Oder „Blau, blau, blau blüht der Enzian.“ Die ganz harte „Heavy Rotation“ fürs gepeinigte Ohr. (Kurz hat es mir an dieser Textstelle in den Fingern gejuckt, einen „ein-Ohrwurm-ist-ja-auch-irgendwie-ein Virus“-Vergleich zu platzieren. Aber das erschien mir dann doch als eher unangemessen…)

Meine Ehefrau jedenfalls ruft in Ohrwurm-Momenten gerne Mal: „Sing mir schnell was anderes vor. Ich bekomme das schlimme Lied nicht mehr aus meinem Kopf!“ Funktioniert allerdings eher selten, denn ich bin ein kümmerlicher Sänger und sie erkennt meine vorgesungenen Liedalternativen eigentlich so gut wie nie…

Somit bleibt als Gegengift gegen Ohrwürmer nur schnell das Radio einzuschalten oder den Streamingsdienst anzuwerfen. Oder noch besser – Achtung kleines Werbefenster – den Alles Anders-Podcast von Marion und Christian aufzurufen. Dort gibt es zum Schluss jeder Folge einen besonderen Song. Vielleicht ja sogar einen neuen Ohrwurm, den man gerne einen Tag lang vor sich hersummt. Kostprobe? Bitteschön: The Show must go oooohoan…!

Tuesday, March 31, 2020|

This is what we know about your future!

gepostet von Kristian

„Die Zukunft war früher auch schon mal besser.“ Die präzise Analyse von Karl Valentin könnte momentan treffender nicht sein. Anfang dieses Jahres war die Zukunft noch um ein Vielfaches attraktiver. Den Auftakt der vermeintlich neuen wilden Zwanziger habe ich mir ohne Zweifel sehr viel anders vorgestellt. Komplett anders, ehrlich gesagt.

Jede Art von Zukunft beginnt damit, dass man sie sich vorstellt. Manches mag man sich auch gar nicht so genau vorstellen wollen. Bis einen die Realität einholt und die Zukunft plötzlich zur Gegenwart wird. Und da reicht aktuell ein Blick nach Spanien oder Italien, die uns ein paar Tage oder Wochen mit dem Fortschreiten der Pandemie voraus sind.

Die italienische Schriftstellerin Francesca Melandri hat uns – oder vielmehr dem Vereinigten Königreich – nun einen Brief aus der Zukunft geschrieben. „A letter to the UK from Italy: this is what we know about your future“ heißt ihr überaus lesenswerter Artikel, den es hier im britischen Guardian zu lesen gibt.

Der Beitrag ist Pflichtlektüre für alle, die sich gerade mit dem Corona-Virus beschäftigen. Also alle… Nach dem Lesen geht es einem nicht unbedingt besser, aber man hat dafür einiges mehr verstanden als zuvor.

Monday, March 30, 2020|

Krisenkreativ!

gepostet von Kristian

Mit der Motivation ist es momentan so eine Sache. Wenn man beginnt die Schlagzeilen zu lesen, gewinnt man unmittelbar den Eindruck, vieles geht gerade mehr oder weniger den Bach herunter.

Auch für die Kreativbranche (es möge sich hier jeder dazuzählen, der mag) wird es nicht unbedingt einfacher. Daher an dieser Stelle mal ein kleines Wortspiel zur Aufmunterung. Ein Ereignis hängt ja schließlich auch davon ab, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet.

Kreativkrise?

So nicht.

Krisenkreativ!

So hingegen schon.

Wer sich gleich davon überzeugen möchte, dass wir lieber krisenkreativ sein wollen, als der Kreativkrise ins Auge zu schauen, der guckt sich hier kurz diese kleine Sammlung von tollen, kreativen Illustrationen und Statements zur aktuellen Situation an. Zusammengestellt von der wunderbaren Website “It’s nice that”.

Monday, March 30, 2020|

Der Berg ruft, auch weiterhin

gepostet von Renate

Malheur mit Symbolkraft: Dieser hölzerne Schriftzug ist mir vor einigen Tagen runtergefallen. Dabei ist er in zwei Teile gebrochen.
Foto: RvH

Der Alpenverein appelliert an Wanderer und Bergsteiger, “vorläufig auf sportliche Aktivitäten in den Bergen zu verzichten”. Trotzdem, der Berg ruft für mich leidenschaftliche Bergsteigerin, auch wenn ich dem Ruf gerade nicht folge.

Vorerst ist also “Bergfasten”angesagt. Langsam steigt jedoch die Sehnsucht… Wie wird es sein, das erste Mal wieder auf einem Gipfel zu stehen? So, wie gerade der Cappuccino auch ganz besonders schmeckt, den ich in raren Momenten “to go” trinke?

Just heute schickt mir eine Freundin aus dem Bergell in der Schweiz eine Postkarte – ein Blick auf den weiß verschneiten Pizzo Badile, davor Frühlingsstimmung im Dorf Soglio… Abgemacht, dahin werde ich als Erstes wieder fahren!

Die Postkarte steht jedenfalls jetzt an meinen Computer gelehnt und bei dem ein oder anderen Zoom-Meeting schweift mein Blick vom virtuellen Raum in diese Bergferne.

Bergpanorama im Stadtalltag: eine Postkarte aus dem Bergell. Die Scioragruppe mit der Badile Nordkante, Traumziel für passionierte Bergsteiger …oder zumindest für mich.
Foto:RvH

Wie so ein Bergblick helfen kann, die Gedanken zu weiten, erlebe ich auch an Tagen, an denen ich beruflich für ein Coaching mit einem Kunden in den Bergen unterwegs bin. Zum letzten Mal noch Mitte März. Und eigentlich wäre auch jetzt eine gute Zeit für solche Gespräche auf Bergwanderungen. Abstand gewinnen, den Blick weiten und für das Eigene, Wesentliche schärfen.

Renate von Hodenberg
Renate von Hodenberg – Dipl. Betriebswirtin und Gruppenanalytikerin. Renate ist immer ganz bei der Sache und bewahrt den Überblick, egal ob beim Beraten von Unternehmen in Krisen, Supervidieren von Teams, in denen es hoch hergeht, oder auf anspruchsvollen Bergtouren.
Sunday, March 29, 2020|

Die Einkaufsmeile schweigt

gepostet von Kristian

Kaufinger Straße 2020 während Corona Virus

Konsum im Leerlauf. Samstagmittag auf der Kaufinger Straße.
Foto: KL

Wie viele unserer Mitmenschen folgen auch wir nun dem neuen Megatrend: Spazierengehen. Fragt mich, wie schwer es früher war, mich zum Spazieren vor die Tür zu bekommen. Laufen gehen draußen? Ja, immer. Bergwandern? Nur zu. Aber Spazieren? Nur, wenn es echt sein musste. Also nie.

Aber jetzt ist ja gerade alles anders. Daher lautet die neue Maxime: Raus an die frische Luft – wider dem Lagerkoller. Und das ist auch okay so.

Unsere Spazier-Route für diesen Samstagmittag: Von Schwabing zum Marienplatz und zurück. Sprich einmal durch die Münchner Innenstadt, knapp 10 Kilometer. Vorteil der unorthodoxen Route: Wir vermeiden an diesem schönen Frühlingstag die hohe Dichte an Radausflüglern, Spaziergängern und Joggern in den Parks und insbesondere an der Isar.

Auf dem Weg ins kommerzielle Herz der Stadt laufen wir durch vergleichsweise menschenleere Straßen. Daran hat man sich in den vergangenen Tagen ja fast schon gewöhnt. Das neue Normal sozusagen. Die sonst stets proppenvolle und umsatzstärkste Einkaufsmeile der Republik von Neuhauser Straße zur Kauffinger Straße bietet uns dann aber doch noch ein ganz besonderes Schauspiel: Nämlich gar keins.

Die Fußgängerzone ist nahezu verwaist. Geschäfte zu, Wirtshäuser geschlossen, Straßenkünstler in der Zwangspause. Ein paar Tauben, ein paar versprengte Fußgänger, ein Flaschensammler, der in Mülleimern nach Verwertbaren sucht. Die Szenerie erinnert an eine Uhrzeit sehr früh am Morgen, bevor der alltägliche Einkaufstrubel losbricht. Dann sind hier auch nicht gerade viele Menschen unterwegs. Doch etwas irritiert:

Es ist die Stille.

Es ist eine besondere Form der Stille. Eine Lautlosigkeit, die in den Ohren dröhnt. Faszinierend, aber auch seltsam verunsichernd. Die Einkaufsmeile schweigt. Kein Tummeln, kein Trubel.

Nur Stille.

Und schon wieder so ein neuer Eindruck in besonderen Zeiten, den man nicht vergessen wird. Erkenntnis des Tages: Stille ist hoch in den Bergen oder in den Weiten einer Ebene etwas Tolles. In der Fußgängerzone hingegen ist sie es nicht.

Um das hier jetzt aber nicht so bedeutungsschwanger enden zu lassen: Der Spaziergang war dennoch schön. Frische Luft tut gut. Die Abwechslung zu Arbeit und Netflix auch. Die Sonne schien. Und morgen wird sie wieder scheinen. Weiter geht es, auch wenn gerade alles nicht nur anders ist – sondern auch stiller.

Saturday, March 28, 2020|

Strange Days Have Found Us

gepostet von Kristian

Vielleicht einer der perfektesten Popsongs aller Zeiten: The Doors spielen Strange Days.
Quelle: Offizielles Video: (C) 1967 Elektra Entertainment Group Inc.

Strange days have found us
Strange days have tracked us down
They’re going to destroy
Our casual joys
We shall go on playing
Or find a new town

Yeah!

Strange eyes fill strange rooms
Voices will signal their tired end
The hostess is grinning
Her guests sleep from sinning
Hear me talk of sin
And you know this is it

Yeah!

Strange days have found us
And through their strange hours
We linger alone
Bodies confused
Memories misused
As we run from the day
To a strange night of stone

Manche Lieder erfordern einfach, dass man die Anlage mal laut aufdreht. „Strange Days“ von den Doors ist so ein Titel, bei denen die Nachbarn trotz dicker Wände auch mal drei Minuten mithören müssen.

Ansonsten gehöre ich zu den Personen, die selten auf Song-Texte achten. Da bin ich eher einfach gestrickt. Hautsache es klingt schön. Bei einer Vielzahl meiner Lieblingslieder ist es auch hinfällig, weil ich die Sprache, in der gesungen wird, eh nicht verstehe.

Zugegeben, manchmal beschleicht mich der Gedanke, dass ich vielleicht gerade lautmalerisch einen fremdländischen Text sorglos mitsinge, dessen Aussage mir komplett gegen den Strich gehen könnte. Einem solchen Unbehagen entledige ich mich dann umgehend wieder mit der Überlegung, dass ich ja schließlich zumeist keinen Gangster-Rap höre (eigentlich nie) und mich daher hoffentlich einigermaßen auf der sicheren Seite befinde.

Bei „Strange Days“ jedenfalls haben wir heute naheliegenderweise ein wenig genauer hingehört. Und erstaunlich, bis auf ein paar wenige Textzeilen lassen sich die Lyrics von Strange Days so lesen, als ob Jim Morrison den Text für die Welt, in der wir nun leben, eben gerade erst verfasst hätte.

Play loud and sing along!

Saturday, March 28, 2020|

Meer geht immer

gepostet von Renate

Meer geht immer

Fundstück auf dem Asphalt in Zeiten von Ausgangsbegrenzungen. Joggen geht noch, Träumen auch.
Foto: RvH

Über diese Postkarte bin ich regelrecht gestolpert beim Joggen in Richtung Englischen Garten. Erst lief ich über sie hinweg. Gelesen habe ich dabei „Meer geht….“ und mein Kopf ergänzte „…gerade nicht“. 5 Meter weiter zog es mich irgendwie zurück. Ich drehte um und was las ich dann? „Meer geht immer.“ Verwirrung und Erheiterung. Ja, Meer geht immer! Selbst in diesen Zeiten, zum Beispiel in Träumen. Oder in Vorfreude auf den nächsten Urlaub am Wasser.

Und was ist mit „Mehr geht immer“, fragte ich mich und kam ins Grübeln. In dieser fordernden und gleichzeitig spannenden Zeit, mit all dem, was aktuell auf mich einstürmt, sage ich mir öfter mal „Mehr geht gerade nicht.“

Renate von Hodenberg
Renate von Hodenberg – Dipl. Betriebswirtin und Gruppenanalytikerin. Renate ist immer ganz bei der Sache und bewahrt den Überblick, egal ob beim Beraten von Unternehmen in Krisen, Supervidieren von Teams, in denen es hoch hergeht, oder auf anspruchsvollen Bergtouren.
Wednesday, March 25, 2020|

Ab durch die Mitte

gepostet von Kristian

München, Brienner Straße zu Zeiten des Corona Virus

Mindestens zwei Meter Abstand hier kein Problem: München, Brienner Straße, Sonntagnachmittag.
Foto: KL

In normalen Zeiten ist Joggen in der Innenstadt ein wahrer Graus. Miefende Abgase, man kommt wegen roter Ampeln stetig aus dem Rhythmus, Passanten kreuzen zur falschen Zeit den Laufweg.

In besonderen Zeiten wie diesen hingegen gehört die Stadt am Sonntagnachmittag nun dem Läufer. Running & Sightseeing. Natürlich mit zwei Meter Abstand. Was sich bei dem aktuellen Verkehrsaufkommen gut machen lässt, indem man einfach mal vom Bürgersteig auf die Straße ausweicht.

Die Straßen sind wie leergefegt. Kaum Autos, wenige Spaziergänger. Man mag das als „really scary“ empfinden. Die Szenerie erinnert unweigerlich an den Blockbuster „I am Legend“ mit Will Smith: Plötzlich allein und verlassen in der sonst doch so wuseligen Großstadt. Der letzte Mensch auf Erden. Wo sind all die anderen? Alleingelassen mit dem unsichtbaren Feind.

Aber man muss sich von sich selbst ja auch nicht immer alles gefallen lassen und sich die Gefühle vorschreiben lassen. Daher habe ich mir als persönlichen Stimmungsheber einfach flugs vorgestellt, ich wäre gerade für einen Tag der König von München, für dessen läuferischen Ausflug man eigens die Straßen gesperrt hätte. Eben alles eine Frage der persönlichen Wahrnehmung….

Aber aufgepasst. Auch beim Joggen lauert das doofe Virus. So weiß Sportmediziner Perikles Simon: „Je nach Witterung verteilt sich so ein Virus wie Rauch in der Luft; es sinkt mal schneller, mal langsamer zu Boden. Deshalb ist es durchaus möglich, dass man sich beim Joggen ansteckt oder eben andere ansteckt, wenn man den Abstand von zwei Metern nicht einhält.“ Nachzulesen im Interview hier im Tagesspiegel.

Sunday, March 22, 2020|

Podcast ALLES ANDERS Folge 1

In der ersten Folge des ALLES ANDERS-Podcasts reden Marion und Christian darüber, warum plötzlich alle Markus Söder toll finden. Und warum man automatisch die Straßenseite wechselt, wenn man jemandem Fremden begegnet.

Den Podcast “ALLES ANDERS – Leben in besonderen Zeiten” kann man auf diesen Plattformen anhören. Einfach in der Liste den eigenen Lieblingsdienst anklicken und am besten gleich abonnieren.

ALLES ANDERS – ein Podcast über unseren Alltag in besonderen Zeiten. Mit Marion Kuchenny und Christian Jakubetz und immer wieder mal inspirierenden, spannenden, witzigen Gästen und Experten.

Sunday, March 22, 2020|